Konzert- und Tagungsstätte, Freiburg

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Konzert- und Tagungsstätte, Freiburg

Konzert- und Tagungsstätte, Freiburg2018-07-26T14:39:01+02:00

»Claudio Abbado hat diesen Termin nur unter der Bedingung zugesagt, dass die Resonatoren zur klanglichen Verbesserung sowohl über der Bühne als auch an der Rückwand installatiert sind, so wie bei seinem Konzert mit dem Gustav-Mahler-Jugendorchester im September letzten Jahres …«
W. Dobler, „Albert Konzerte“, Konzertveranstalter

Objekt

Das Konzerthaus Freiburg wurde im Jahre 1996 eingeweiht. Auf 1000 m2 lassen sich im Rolf-Böhme-Saal, Heimstätte des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg, bis zu 1744 Besucher unterbringen. Nach dem Eröffnungskonzert durch die Berliner Philharmoniker war die Aufregung groß, weil diese sich massiv über Verständigungsprobleme auf der Bühne beklagten. Da sich auch andere Aufführende, Veranstalter und insbesondere auch das SWR Sinfonieorchester dieser Kritik anschlossen, wurden umfangreiche Tests mit RESPA durchgeführt.

Ausgangsstiuation

Mathias Weigmann, Orchestermanager des SWR Sinfonieorchesters zur akustischen Situation vor den Tests:

»Da die höheren Frequenzen überproportional reflektiert werden, wirkt der Klang des Orchesters zwar brillant, tendiert aber zur Schärfe. Der ausgeprägte Saalhall lässt die Stimmen etwas verschwimmen. Ein größeres Problem besteht aber darin, dass die Musiker auf der Bühne große Schwierigkeiten haben, sich untereinander bzw. gegenseitig zu hören.«

Akustische Tests

Mathias Weigmann zum Ergebnis der RESPA-Testreihe:

»Der Orchesterklang gewann an Transparenz und Wohlklang, die Streicher wirkten wärmer, das Blech verlor die Schärfe. Die Verständigungsprobleme auf der Bühne schienen gelöst. Die Hörbarkeit im Saal war erstaunlich ausgeglichen. Auffällig war die verbesserte Tragfähigkeit des Tones.«

Die Umsetzung

Aufgrund der erfolgreichen Tests wurde RESPA mit der akustischen Nachbesserung betraut. Es wurden 30 spektralabgestimmte kreisrunde RESPA -Resonanz-Membranen aus 4 mm starkem Polycarbonat-Scheiben über der Bühne aufgehängt. Weiterhin stehen 12 mobile RESPA -Plattenresonatoren zur Verfügung, die nah hinter den Aufführenden zu postieren sind.

Die Badische Zeitung schrieb:

»Ein reines Wunder meinte einer jener Musiker, die 1996 bei ihrem ersten Gastspiel im neuen Haus verzweifelt versucht hatten, mit Tischplatten und Decken die Akustik selbst zu verbessern.
Für die Zuhörer im Saal ist vor allem die räumliche Ortung erheblich leichter geworden. Der aufmerksame Hörer kann mit geschlossenen Augen die Position der Instrumente und Instrumentengruppen präzise ausmachen. Der Orchesterklang hat außerdem erheblich an Tiefe gewonnen. Das schnelle und harte Nachklingen der Instrumente in der Nähe des orgellosen Prospektes ist verschwunden.«
Rolf Müller, Badische Zeitung

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