Opernhaus Zürich – Resonanzboden

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Opernhaus Zürich – Resonanzboden

Opernhaus Zürich – Resonanzboden2018-10-17T13:25:24+02:00

RESPA-Resonanzboden im Orchestergraben des Opernhaus Zürich

Das Zürcher Opernhaus gehört in qualitativer Hinsicht zu den bedeutendsten Bühnen der Welt.

Problem

Die Akustik im Orchestergraben wird dem hohen Standart des Orchesters nicht gerecht. Im Zuschauerraum verschwimmt der Klang des Orchesters, es fehlt an Charme und Schmelz. Während die Streicher und die Harfe undifferenziert und unbedeutend klingen, ist der Klang der Blechbläser und Pauken zu scharf und aggressiv. Für die Musiker im Orchestergraben ist das präzise Zusammenspiel schwierig, da sie sich selbst schlecht untereinander hören.

Testinstallation

Die guten Erfahrungen der Musiker in Bern veranlassten den Orchesterdirektor der „Zürcher Philharmonia“, Heiner Madl, eine Testinstallation mit dem RESPA-Klangboden zu wagen. Diese fand im Dezember 2011 statt und war so erfolgreich, dass eine feste Installation des RESPA-Klangbodens bereits für den Sommer 2012 beschlossen wurde.

Das Projekt

Die Herausforderung für RESPA bestand dabei darin, dass für das Opernhaus Zürich ein in jeder Hinsicht bühnentauglicher Klangboden entwickelt werden musste, dessen akustische Eigenschaften dennoch denen des RESPA-Standardbodens entspricht.

Hierfür wurden vorab verschiedene Prototypen akustisch getestet und eine umfassende statische Belastbarkeitsprüfung an der MPA in Braunschweig durchgeführt.

Dieser Aufwand hat sich gelohnt: Das Ergebnis ist eine nicht nur für den Orchestergraben sondern auch für die Opernbühne selber optimal geeigneter Klangboden.

Reaktionen

Der Orchesterklang ist durchsichtiger geworden, die Farben einzelner Instrumente und Gruppen heben sich deutlicher voneinander ab. Insbesondere betrifft dies die Wahrnehmung der einzelnen Streicher-Register. Das eigene Spiel erlebe ich insbesondere in Solopassagen der Es-Klarinette als farbiger. Der Gesamtklang, auch im Piano-Bereich, scheint mir insgesamt von Resonanz unterstützt zu sein; das dynamische Spektrum hat an Weite gewonnen – dies ist mit der Herausforderung verbunden, auch die neu gewonnene Piano-Qualität künstlerisch zu nutzen.
Heinrich Mäzene, Soloklarinette, Opernhaus Zürich

… mir fällt vor allem auf, dass ich die anderen Instrumente und Stimmen viel klarer aber z.T. auch lauter höre…Es ist viel weniger mulmig und dumpf, was natürlich super ist … die Lautstärke ist besser zu ertragen ,da sie anders ist, runder und entschärft! Besten Dank für Ihre Erfindung, nun ist es wieder schöner im Graben zu spielen!«
Franziska Eichenberger, Violine, Opernhaus Zürich

Wiebke Hüster schrieb in Ihrer anlässlich der Züricher Premiere von Prokofjews „Romeo und Julia“ in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 15.10.12:

So voller Bedeutung ist diese Musik noch kaum je erklungen. Jede Instrumentengruppe tritt fein hervor und ordnet sich doch in den Klangkörper als Ganzen ein. Die Blechbläser sind eine wirkliche Sensation – sie klingen manchmal wie gesungene Schreie aus rauer Kehle“.
Wiebke Hüster, FAZ vom 15.10.2012

Bezugnehmend auf die Kritik von Hüster erklärt Heiner Madl, Orchesterdirektor der Philharmonia Zürich:

Natürlich hat unser Orchester wunderbar gespielt, hat der Dirigent den richtigen Zugang und Duktus für das Werk gefunden, die Basis dieses Tuns ist allerdings in unserem neuen Akkustikboden zu finden. Wir hatten bis vor dem Sommer schlicht und einfach nicht die klanglichen Gegebenheiten um die beschriebenen Effekte zu erzielen. Ja, es klingt jetzt transparent und gewaltig zugleich und dennoch ist es praktisch nie mehr zu laut!
Heiner Madl, Orchesterdirektor der Philharmonia Zürich

Foto: Dominic Büttner